Pater Dieter Lieblein OT im Portrait

Pater Dieter Lieblein OT wurde 1957 in Harheim (heute ein Teil von Frankfurt am Main) geboren. Sein Theologiestudium absolvierte er am Studienhaus St. Lambert in Lantershofen. 1997 wurde er zum Priester geweiht.

Lieber Pater Dieter, seit wann sind Sie als Seelsorger im Haus St. Anna in Schwentinental tätig und wie haben Sie das Haus kennengelernt?

Seit dem 3. Januar 2023 bin ich hier als Seelsorger tätig – und ich hoffe sehr, dass es meine letzte Einsatzstelle ist. Nicht im Sinne von „jetzt reicht’s“, sondern eher: Hier darf
ich ankommen. Hier darf ich bleiben. Das Haus kenne ich schon seit vielen Jahren – allerdings zunächst nur aus Erzählungen. In meiner Zeit im Deutschen Orden habe ich Pater Georg Stoppel kennen- und schätzen gelernt. Wenn er damals von seiner Arbeit im Haus St. Anna sprach, habe ich immer gerne zugehört. Seine Worte hatten etwas Begeisterndes, aber auch etwas Beständiges – das hat Eindruck hinterlassen. So ist über die Jahre in mir der Wunsch gewachsen: Wenn sich einmal die Möglichkeit ergibt, dann möchte ich auch nach St. Anna. Und wie das Leben manchmal spielt, kam irgendwann genau diese Gelegenheit – und ich habe sie gerne ergriffen.

Seit 1994 sind Sie Teil des Deutschen Ordens. Wie hat sich Ihr Weg innerhalb der Ordensgemeinschaft seitdem gestaltet?

Meine erste Wirkungsstätte war unser Konvent in Darmstadt – dort durfte ich ganze 12 Jahre wirken, fast schon eine kleine Ewigkeit. Danach wurde ich nach Weyarn in Oberbayern versetzt, wo ich die nächsten sieben Jahre verbringen durfte – nicht nur landschaftlich ein Traum. Nach dieser Zeit hieß es dann: Koffer packen! Für zwei Jahre ging’s nach Rheinbach, bevor ich wieder gen Süden reiste – nach Maria Birnbaum, wo ich ebenfalls zwei Jahre wirken durfte. Mein letzter Konvent – vor meinem jetzigen Wirkungsort – war dann Koblenz. Dort war ich acht Jahre lang zuhause. Eine schöne und intensive Zeit. Sie merken schon: Als Ordensmann kommt man ganz schön herum.

Wie würden Sie Ihren Alltag beschreiben?

Mein Alltag ist gut gefüllt, aber in einem sehr schönen Sinne. Gemeinsam mit den Ordensschwestern, die hier im Haus in der Pflege mitwirken, feiern wir täglich Gottesdienst. Es ist eine schöne Routine – geistlich und menschlich. Donnerstags gibt es die wöchentliche Andacht, sonntags feiern wir Gottesdienst mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Schwestern. Darüber hinaus helfe ich gerne im Team der Sozialen Betreuung mit – sei es bei kleinen Veranstaltungen, Gesprächen oder einfach da, wo eine helfende Hand oder ein offenes Ohr gebraucht wird. Und natürlich nehme ich mir auch Zeit für Einzelgespräche mit den Bewohnerinnen und Bewohnern – wann immer der Wunsch danach da ist.

Worauf freuen Sie sich in der kommenden Zeit?

Ich blicke mit Zuversicht und einer guten Portion Neugier auf das, was kommt. Neue Herausforderungen nehme ich gerne an – bedacht und mit viel Erfahrung im Gepäck. Ich freue mich besonders auf viele Gespräche, die sich hier hoffentlich ergeben werden. Denn unser Ordenscharisma HELFEN UND HEILEN meint ja nicht nur das Pflegen und Versorgen im körperlichen Sinne. Es geht auch – und oft gerade – um das Heilen der Seele. Wer mit älteren Menschen zu tun hat, weiß: Da gibt es meist viel zu erzählen, viel aufzuarbeiten, manchmal braucht es auch einfach nur ein stilles Zuhören.
Ich wünsche mir, dass ich hier weiterhin ein offenes Ohr schenken darf – und dass ich selbst immer wieder überrascht werde, wie viel Weisheit, Lebensfreude und Tiefe in diesen Begegnungen steckt.

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben!

Das Interview führte Frater Fabian Lechner OT.

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